Verfahren

Die ABC-Analyse ist ein einfach und universell einsetzbares Verfahren zur Klassifizierung von Daten. Typische Anwendung ist etwa das Gruppieren von Produkten oder Kunden nach Ab- oder Umsätzen. Üblich ist es, z.B. die oberen 10-15% der Kunden mit den höchsten jährlichen Umsätzen als A-Kunden, die mittleren mit 16-30% als B-Kunden und die übrigen als C-Kunden einzuordnen.
So wird etwa im VDMA-Kennzahlenkompass eine Kunden-ABC-Analyse angeführt, in der die Kunden nach Umsatzanteil klassifiziert werden. Durch diese Einteilung wird ein schneller und einfacher Überblick über größere Datenmengen geschaffen, mit dem Ziel, durch die mit der Eingruppierung einhergehenden Priorisierung den Blick auf die wesentlichen Produkte oder Kunden etc. schärfen zu können.
Genau hier kann aber der Knackpunkt liegen, denn letztlich wird durch die ABC-Analyse ein komplexer Sachverhalt je nach Auswertekriterium sehr abstrakt abgebildet und stellt mithin nur noch einen Teil der Wahrheit dar.

Typ

Analysetool für größere Datenmengen

Einsatzgebiete

Klassifizierung von Werten, z.B. Umsätzen, Absätzen, aber auch Reklamationsgründen, Kostenursachen

Beispiel

Mehrdimensionale ABC-AnalyseOft erlebe ich, dass mir in Unternehmen die umsatzstärksten Kunden ohne weitere Differenzierung als die A-Kunden präsentiert werden. Wenn ich dann nachforsche und hinterfrage, welche Deckungsbeträge oder Umsatzrenditen sich hinter diesen vermeindlichen A-Kunden verbergen, sind meine Klienten nach der Prüfung oftmals überrascht, denn mitunter bleibt von den großen Umsätzen nicht nur nichts hängen, sondern sie sind mitunter sogar Hauptgrund für eine desolate finanzielle Situation. Automobilzulieferer können von diesem Phänomen ein Lied singen.
Ich persönlich bevorzuge die ABC-Analyse in mehrdimensionaler Form, etwa wie in dem nebenstehenden Beispiel. In einem solchen Blasendiagramm ist dann z.B. der Umsatz, der für die Auslastung eines Unternehmens in jedem Fall eine wichtige Größenordnung ist, nur eines von drei Kriterien und wird über den Blasendurchmesser visualisiert. Die beiden Achsen stehen dann noch für andere, wichtige Aussagen zur Verfügung, hier etwa für die mit dem jeweiligen Umsatz erwirtschaftete Rendite sowiel der Einschätzung, ob der Kunde signifikantes Potential für zukünftige, weitere Geschäfte in sich birgt. Letztlich besteht ja das Ziel einer Analyse vergangener Daten immer darin, Entscheidungen für die Zukunft daraus ableiten zu können.
Mit der mehrdimensionalen ABC-Analyse ist der Abstraktionsgrad von großen Wertemengen nicht so hoch, und die praktische Aussagekraft der Analyse wird - richtige Wahl der Parameter vorausgesetzt - deutlich gesteigert.