Hier finden Sie Erläuterungen zu Personen, Begriffen und Techniken, die mit dem Buchstaben "N" beginnen. Diese Liste befindet sich in permanenter Überarbeitung und erhebt keinerlei Anspruch auf Vollständigkeit. Wo ich es für sinnvoll erachtet habe, gibt es zu bestimmten Begriffen eigene Seiten.

Nachkalkulation  ;   Nachtrag

Nachkalkulation

Wichtiges, leider oft ungenutztes Element zur Analyse der Auftragsabwicklung. Eine Nachkalkulation sollte in ihrem Aufbau wie die Vorkalkulation aufgebaut sein, um eine Gegenüberstellung zu ermöglichen. Ferner sollten bei der mitlaufenden Kostenverfolgung ungeplante Kosten separat ausgewiesen werden. Bewährt hat sich eine Unterscheidung der ungeplanten Mehrkosten in solche, die durch zusätzliche, nach Auftragserteilung erteilte Kundenwünsche und in solche, die durch firmeninterne Auftragsänderungen oder Fehlerbeseitigungen verursacht wurden. Erstere werden üblicherweise Nachträge, letztere Revisionen genannt.

Nachtrag

Im üblichen Projektmanagementkontext sind Nachträge Auftragsergänzungen, die der Kunde nach der eigentlichen Auftragserteilung nachreicht. Diese sind in der Regel kostenpflichtig, es sei denn, es handelt sich um Kulanzleistungen. Mitunter werden Nachträge auch in Form einer sogenannten Plus-Minusliste dokumentiert, dh. es werden Mehr- und Minderleistungen gegenüber dem ursprünglichen Auftragvolumen gegenübergestellt und praktisch verrechnet. Dieses Verfahren ist aber nicht empfehlenswert, weil diese Leistungen in der Regel nicht sauber dokumentiert werden, und es sich als schwierig erwiesen hat, die Plussalden nachträglich auch vom Kunden einzutreiben. Nachträge hingegen werden als Auftragsergänzungen dem Kunden zur Bestellung vorgelegt und auch so gegenbestätigt. Das bedeutet eventuell mehr Dokumentationsaufwand, erzeugt aber eine erhebliche Transparenz. Insbesondere lassen sich die eventuellen Projektverzögerungen, die sich durch Nachträge ergeben können, auch sauberer dokumentieren. Ein weiterer Vorteil ist die Transparenz der Verantwortlichkeit. In Plus-Minuslisten werden oft auf kleinem Dienstweg Auftragserweiterungen vom Kunden veranlasst, ohne dass die dazugehörigen Kosten auch von den dazu berechtigten Stellen beim Kunden genehmigt bzw. durch den Kundeneinkauf freigegeben wurden. Dies führt dann später zu sehr unschönen Diskussionen bei der Zahlungsabwicklung, und in der Regel bleibt der Lieferant auf den Mehrkosten sitzen.