Hier finden Sie Erläuterungen zu Personen, Begriffen und Techniken, die mit dem Buchstaben "R" beginnen. Diese Liste befindet sich in permanenter Überarbeitung und erhebt keinerlei Anspruch auf Vollständigkeit. Wo ich es für sinnvoll erachtet habe, gibt es zu bestimmten Begriffen eigene Seiten.

Reisebericht  ;   Reverse Factoring  ;   Revision  ;   Risikomanagement

Reisebericht

Eigentlich eine Selbstverständlichkeit, werden diese jedoch in vielen Unternehmen nicht oder nicht richtig erstellt. Es empfiehlt sich dringend, eine gewisses Standardformat zu entwickeln, verbunden mit Leitfragen, und die Abgabe der Reiseberichte an die Abrechnung der Reisekosten zu knüpfen. Das mag kleinkariert klingen, aber tatsächlich wird durch das Fehlen von Reiseberichten sehr konsequent unterbunden, dass andere wichtige Personen des Unternehmens neben dem Reisenden Kenntnisse über die Situation am Markt erhalten. Damit fehlt aber ein wichtiges Element für die Strategie- und Produktweiterentwicklung. Es ist nicht wichtig, dass Reiseberichte ein umfangreiches Format oder eine ausgefeilte Dramaturgie haben, sondern dass die für das Unternehmen wichtigen Informationen dort vermerkt sind.

Reverse Factoring

Beim Reverse Factoring finanziert ein Dritter, in der Regel eine Bank, die Forderungen, die ein Lieferant gegenüber seinem Kunden hat, vor. Der Factor bezahlt praktisch die Rechnungen des Lieferanten, bis dieser das Geld von seinem Kunden erhält und an den Factor bezahlt.Der Factor läßt sich seine Finanzleistung natürlich bezahlen, und der Lieferant muß eine umfangreiche Bonitätsprüfung über sich ergehen lassen. Dafür erhält der Lieferant aber seine komplette Liquidität und kann auch Projekte abwickeln, die eine lange Laufzeit und einen hohen Vorfinanzierungsbedarf haben. Siehe auch Factoring.

Revision

Revisonen werden in der Projektmanagementpraxis Auftragsänderungen oder Ergänzungen genannt, die auf innerbetriebliche Umstände zurückzuführen sind und dem Kunden nicht berechnet werden können. Dies können konstruktive Änderungen betreffen, etwa weil die angedachte und kalkulierte Konstruktion sich als untauglich erwiesen hat. Auch Qualitätsmängel können Revisionsauftrge auslösen, z.B. weil Nacharbeit fällig wird. Es macht Sinn, Revisionsaufträge sauber einzuschleusen und durch die QS freigeben und verfolgen zu lassen. Sind Revisionen durch Nacharbeit von Zulieferungen nötig geworden, so können die Kosten eventuell anteilig bei dem Zulieferer geltend gemacht werden. Sind Revisionsaufträge wegen eigener Fehler, etwa in der Kosntruktion oder in Stücklisten erforderlich, so ist es wichtig, dass diese Fehler dauerhaft durch Stücklistenkorrektur bzw. durch Konstruktionsänderungen beseitigt werden. Auch in diesem Fall hilft die saubere, separate Erfassung dieser notwendigen Auftragsänderungen sowie die getrennte Zuordnung der Kosten, damit durch diese nicht die Nachkalkulation des Auftrags verfälscht wird.

Risikomanagement

Risikomanagement ist ein absolutes Stiefkind im mittelständischen Maschinenbau. Laut Vertrieb beinhaltet ein Auftrag überhaupt kein Risiko, laut Konstruktion oder Produktion wiederum ist es so groß, dass man den Auftrag gar nicht hätte annehmen dürfen. Das Entscheidende im Risikomanagement ist nicht die Vermeidung des Risikos, sondern dessen Begrenzung. Jeder Auftrag beinhaltet potentielle Risiken, es ist aber von essentieller Wichtigkeit, die auslösenden Positionen zu erkennen. Dann hilft eine entsprechende Vertragsgestaltung einerseits und eine auf die potentiellen Risiken abgestellte Planung (inklusive Plan "B") dabei, das Risko zu begrenzen. Dies wird viel zu oft unterlassen, weil sich alle Beteiligten der Hoffnung hingeben, es würde schon alles irgendwie gut gehen. Das funktioniert aber in der Regel nur selten.