Verfahren

Darstellung des Wertequadrats nach Helwig und Schulz von ThunDas Wertequadrat wurde von Paul Helwig geschaffen und von Friedemann Schulz von Thun weiterentwickelt. Es visualisiert Persönlichkeitsmerkmale und hilft im Coaching bei der Klärung der Entwicklungsrichtung mit dem Coachee. Im Wertequadrat stehen in den beiden oberen Kästen zwei gegensätzliche, aber grundsätzlich als positiv wahrgenommene Persönlichkeitseigenschaften. Werden diese stark übertrieben, verkehren sie sich in ihrer Wahrnehmung ins Gegenteil (untere Kästen). In der Persönlichkeitsentwicklung geht es nun darum, sich aus dem als Kritikpunkt wahrgenommenen, jeweiligen unteren Kasten diagonal in Richtung des oberen zu entwickeln. Dies ist ein sensibler Prozess, da die Gefahr der der Überkompensation droht. Der Coachee ist nun auf seinen "Fehler" gestoßen und versucht den nun mit aller Gewalt zu korrigieren, nur um nun ins andere Extrem zu verfallen.
Es geht beim Coaching nicht darum, Menschen zu verbiegen, und auch das Wertequadrat dient nicht als Werkzeug hierzu. Es ist aber sehr hilfreich bei der Bewußtmachung von Problemen, vor denen ein Mitarbeiter oder auch eine Führungskraft immer wieder steht, ohne zu begreifen, woran es liegen könnte. Die Betonung liegt hier auch auf "wahrgenommen", dh. möglicherweise läßt sich eine wiederkehrende Konfliktsituation durch eine Änderung der Kommunikation relativ schnell beseitigen. Dies gelingt aber nur, wenn das Problem sichtbar gemacht werden kann. Und genau dazu ist das Wertequadrat ein wichtiges Instrument. Die auf den jeweiligen Fall passenden Begrifflichkeiten für die Quadrate werden im Coaching entwickelt, was nicht immer ein einfaches Unterfangen ist.

Typ

Visualisierung

Einsatzgebiete

Coaching

Beispiel

 
Darstellung des Wertequadrats mit dem Beispiel Sparsamkeit und GrosszügigkeitIn diesem, gerne genommenen Beispiel sind die beiden positiven, gleichwohl gegensätzlichen Eigenschaften Sparsamkeit und Großzügigkeit. Wird Sparsamkeit übertrieben, wandelt es sich (in der Wahrnehmung!) in Geiz. Wer die Großzügigkeit übertreibt, gilt hingegen als verschwenderisch. Einem als verschwenderisch wahrgenommenen Coachee würde man z.B. ans Herz legen, sich in seiner diesbezüglichen Kommunikation zurückzuhalten und Begriffe und Werte aus dem Umfeld der Eigenschaft Sparsamkeit zu adoptieren. Dies hat aber mit Augenmaß und Bedacht zu erfolgen, sonst erfolgt im Rahmen einer Überkompensation der Umschlag von der Wahrnehmung des Verschwenders zu der des Geizkragens.
Wichtiger Hinweis: Es geht nicht darum, einen überzeugten Verschwender in ein Sparfuchskostüm zu zwängen, eine Rolle zu spielen oder zu manipulieren. Es geht darum, eine missverstandene Kommunikation, deren Wahrnehmung zur weitgehend unbegründeten Zuweisung einer negativen Eigenschaft führt, zu korrigieren.